SPD in Wandlitz

Interview mit Jugendlichen aus der Gemeinde Wandlitz

Jugend

v.l.n.r. Assol, Petra, Moritz, Emil, Valerie

Die Ferien sind vorbei, der Sommer ist noch da und mit ihm auch die Probleme an der Uferpromenade, die den Ortsteil Wandlitz nun schon mehrere Jahre begleiten. Vor allem Vandalismus und Ruhestörung machen den Anwohner, die Gewerbetreibenden und die Touristen zu schaffen. Seit Jahren ist es versäumt worden, das freiwillig auferlegte Konzept der Jugendkoordination für den ländliche Raum zu evaluieren und zu schauen, ob es den Bedürfnissen einer stark wachsenden Gemeinde auch noch gerecht wird.. Man muss deutlich sagen, dass für das Klientel der Jugendlichen, die sich nicht in eine überwachte Nachmittagsbetreuung eines Jugendclubs begeben, schlicht nichts getan wurde in den letzten Jahren. Im Gegenteil, dass was erfolgreich war (Kinder – und Jugenddiskothek im Goldenen Löwen), wurde auch noch massiv eingeschränkt. Wichtig erscheint der SPD Wandlitz in dieser Debatte, dass man nicht alle jungen Leute über einen Kamm schert. Selbstverständlich sprechen wir uns gegen Vandalen und nächtliche Ruhestörer aus und fordern hier ein greifendes Sicherheitskonzept, aber auch selbstverständlich sollte es sein, dass wir denjenigen jungen Menschen, die nicht aggressiv und zerstörerisch in ihrer Umwelt auftreten(und das ist die Mehrheit), einen Raum zubilligen, in dem sie sich entfalten können.

Petra Bierwirth und Assol Urrutia-Grothe haben mit den jungen Leute gesprochen, die sich inzwischen sehr stark für ihre Belange und Rechte in der Gemeinde engagieren und sich für eine baldige Umsetzung der Pavillionaktion aussprechen:

Interview mit Jugendlichen aus der Gemeinde Wandlitz

SPD: Seit ca. drei Jahren gibt es massive Probleme an der Uferpromenade, am Bahnhof und hinter der Jugendherberge mit einigen jungen Leuten, insbesondere an lauen Sommernächten. Ihr seid junge Leute und ihr haltet euch genau an diesen Stellen auf, was sagt ihr zu den Vorwürfen?

Moritz: Hallo ich bin Moritz. Ich bin hier relativ oft unten am Wandlitzsee und bin mir der Problematik ziemlich bewusst.

Leider muss ich aber sagen, dass wir uns, wenn es heißt „DIE Jugendlichen“, ganz schön in eine Schublade gesteckt fühlen, weil wir keine andere Wahl haben uns an den geringen Orten abends unsere Zeit zu verbringen und wir sind auch gar nicht auf Stress aus und haben mit den Randalierern oder Randalen oder Vandalismus auch gar nichts zu tun und wollen auch gar nichts damit zu tun haben. Wir werden halt ziemlich bedrängt von einigen älteren Leuten, die sowieso eher gegen uns sind, von der Polizei, die uns dann Platzverweise erteilt, beziehungsweise uns von A nach B scheucht oder uns fest nimmt oder andere unnötige Maßnahmen gegen uns vornimmt. Und das macht die ganze Situation noch blöder für uns.

Emil: Man muss ganz klar unterscheiden zwischen den Jugendlichen die im Ort wohnen und sich engagieren und den Jugendlichen, die hier ein bis zweimal die Woche herkommen und hier die Sau rauslassen und machen was sie wollen.

Valerie: Ich finde das auf jeden Fall auch richtig frech, dass wir alle über einen Kamm geschoren werden. Wir wohnen hier alle und es kommen täglich so viele Leute hier her mit der Bahn, mit Auto oder mit dem Fahrrad und man kann gar nicht genau sagen, wer das ist.

SPD: Was macht die oben beschriebenen Orte so attraktiv für junge Menschen?

Emil: Wandlitz ist ein direkter Knotenpunkt. Es gibt eine direkte Bahnverbindung nach Berlin und nach Groß Schönebeck. Eine Busverbindung nach Bernau, man kommt hier halt schnell hin und weg und noch dazu haben wir direkt vor Ort einen Edeka, sodass man sich Getränke oder Essen kaufen kann. Und generell der schöne Seeblick ist ebenfalls sehr anziehend.

Valerie: Hier ist ein Park, mehrere Badestellen, es ist einfach schön hier. Alle sind hier und alle verbringen einfach gerne Zeit hier und deswegen sind wir halt auch hier. Es ist gutes Wetter, hier ist viel Platz und somit können sich alle Leute treffen und es ist halt einfach, wie schon erwähnt, ein zentraler Punkt.

Moritz: Wir haben auch keine großen Optionen uns irgendwo aufzuhalten, es ist eine kleine Ortschaft und es gibt dann halt einfach einen oder zwei zentrale Orte, beziehungsweise Punkte, an denen wir uns aufhalten. Und um einen Kompromiss zu finden, wenn sich Leute von uns gestört fühlen, auch besonders abends, wäre es das beste, wenn wir einen Ort bekommen, den wir momentan noch nicht haben, uns aber alle wünschen und uns ja auch dafür einsetzen, wo wir uns wirklich aufhalten dürfen und nicht immer von der Polizei bedrängt werden und nicht immer weggeschickt werden. Wo wir uns keine Sorgen machen müssen. Wo wir einfach mal entspannt unseren Abend verbringen können, dass wir einfach eine schöne Zeit haben, wie auch alle anderen.

SPD: Wie müsste dieser von euch beschriebene Ort aussehen?

Emil: Wir brauchen einen Ort, an dem wir uns versammeln können, ohne jegliche Anwohner zu stören. Am besten wäre der Park dafür geeignet, um dort die Pavillons zu platzieren. Große Mülleimer brauchen wir ebenfalls und am besten noch eine Beleuchtung.

SPD: Fühlt ihr euch manchmal auch bedroht von den Randalierern?

Moritz: Nein, denn wir halten uns gezielt von diesen Leuten fern. Wir möchten damit und mit den folgenden Konsequenzen nichts zu tun haben und außerdem halten sich die Randalierer auch von großen Menschenmassen generell fern und gehen extra abgegrenzt irgendwo hin, dass sie nicht gesehen werden und randalieren zu können und anstatt, dass sie Wachleute oder Polizisten auf diese Leute achten, laufen sie ständig bei uns vorbei, kontrollieren uns und meiner Meinung nach werden die Prioritäten von denen einfach falsch gesetzt.

SPD: Wäre ein Jugendclub oder eine Jugenddisco ein Anlaufpunkt für euch? Wenn ja, was müsste dieser für ein Angebot machen, dass es für euch attraktiv ist?

Valerie: Ein Jugendclub ist meiner Meinung nach eher etwas für Jüngere, beziehungsweise wird von jüngeren genutzt, und bei uns sind eigentlich fast alle mindestens 16 oder sogar über 18 und deswegen wäre eine Voraussetzung generell, dass Alkohol konsumiert wenn dürfte. Aber an sich bräuchten wir nicht mal einen Jugendclub oder eine Jugenddisco, also für uns älteren, für die jüngeren auf jeden Fall, aber der Park ist einfach für uns der optimale Standort. Es ist zentral und in der Nähe des Bahnhofs. Es ist draußen, frische Luft ist immer gut, und besonders jetzt im Sommer ist es draußen einfach am schönsten.

SPD: Kennt ihr eigentlich die Jugendkoordinatorin oder den Streetworker der Gemeinde?

Valerie: Den Streetworker Samuel Fabian auf jeden Fall, er war mit uns auch bei der Gemeindeversammlung und hat da für uns vorgesprochen und wir waren auch schon zusammen mit ihm im Park und haben die Planung der Pavillons angefangen. Aber die Jugendkoordinatorin kenne ich persönlich nicht und ich glaub auch nicht, dass irgendjemand in Wandlitz, oder die meisten zumindest, sie kennen.

SPD: Könntet ihr es euch vorstellen, euch nochmal in der Gemeinde zu engagieren, zum Beispiel in einem Jugendparlament?

Valerie: Jaa auf jeden Fall. Finde ich auf jeden Fall sinnvoll. So viele von uns sind schon über 18 und dürfen zum Beispiel auch wählen. Wir wohnen halt alle hier und ich finde wie gesagt, dass es einfach unser Recht ist, mitzubestimmen und mitzugestalten. Und wenn wir was erreichen und ändern möchten, müssen wir uns auch einfach engagieren.

SPD: Noch eines zum Schluss: Befürwortet ihr das Wahlrecht ab 16?

Valerie: An sich generell bin ich schon dafür, aber politische Bildung wird in der Schule schon thematisiert, aber nicht genug, weil zum Beispiel ab der Sekundarstufe II kann man wählen, ob man das Fach weitermacht oder nicht und es wird meiner Meinung nach einfach wie gesagt nicht genug thematisiert, und viele interessiert das Thema auch nicht so und dann wählen vielleicht manche irgendwas, wovon sie gar keine Ahnung haben. Also wenn es mehr thematisiert wird und politische Bildung mehr in den Fokus rückt, dann wäre es auf jeden Fall schon sinnvoll, dass die Menschen ab 16 wählen dürfen, weil wir leben ja hier und dann ist es einfach unser Recht, mitentscheiden zu dürfen.

 

 
 

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